Es sind schon wieder einige Tage vergangen seit meinem letzten Eintrag…Nachdem ich In Warschau eine tolle und erlebnisreiche Zeit hatte ist mein nächstes angestrebtes Ziel Krakau. Wie so häufig dreht sich morgens alles um einen guten Spot um zu trampen. Dank Ania weiß ich aber wie ich dort hinkomme.
Ca. 1h nach Aufbruch zu der entsprechenden Stelle, stehe ich an der Straße und warte mit meinen frisch ergatterten Karton aus einem kleinen Einkaufsladen auf eine Mitfahrgelegenheit :D. Nach 30min fährt ein Lkw an mir vorbei. Der Fahrer gestikuliert wild und ich frage mich was das zu bedeuten hat, da er weiterfährt. Nach weiteren 10min wird mir klar was er mir sagen wollte, denn auf der gegenüberliegenden Straßenseite fährt er wieder vorbei und mit seinem Schulterzucken verstehe ich nun „ok ich habe Pech gehabt“. Er hat wohl extra umgedreht und eine andere Route gewählt. Es dauert aber nicht lange und ich sitze bei einer Dame im Auto, die mich nach Ihrer Aussage an eine weitaus bessere Stelle ca. 5km weiter bringt. Für mich sieht das im ersten Moment nicht danach aus, denn an dieser Kreuzung fahren die Autos um die 70km/h sobald die Ampel grün ist. Der Vorteil ist jedoch, dass dieses Straßenkreuz sehr viel befahren ist. 20 min später habe ich einen direkten Lift nach Krakau dank Christoph. Direkte Mitfahrgelegenheiten zu einem Ort sind natürlich die einfachsten.
In Krakau angekommen klappt alles hervorragend. Mein Host Igor ist ein mega cooler und lässiger Typ und wie ich schnell feststelle sind wir auf einer Wellenlänge.
Die nächsten Tage sind wahnsinnig entspannt. Ich habe genug Zeit mir die Stadt anzuschauen, verbringe tolle Abende mit Ihm, seinen Freunden und seinem Zu diesem Zeitpunkt aus der Ukraine stammenden Mitbewohner Roman.
Was ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiss – diese Entspannung ist von nöten, denn der nächste Trip nach Bielsko-Biala (mein letzter Stop kurz vor der Grenze nach Tschechien) wird sich als Herausforderung entpuppen. Der Abreisetag gestaltet sich in Krakau sehr zäh. Das Wetter ist ekelhaft. Es regnet immer wieder, windet ordentlich und nach 3h stehe ich immernoch in der Kälte. Ich disponiere um – ein Bus wird das Problem lösen (vorerst), denn in Bielsko-Biala erreiche ich meinen Host nicht. Ich bin ein wenig im Zugzwang…es fängt an zu dämmern und ich habe keinen Schlafplatz und sehe im ersten moment keine Möglichkeit mit dem Zelt einen Platz zu finden.
Wichtig in solchen Situationen: Ruhe bewahren!, wifi spot suchen und das Problem lösen.
Leider finde ich keine Möglichkeit bei jemandem in Bielsko-Biala zu übernachten, jedoch spiele ich mit dem Gedanken wieder ein Stück nordwärts zu fahren und evt. In Katowice einen Schlafplatz zu bekommen. Und genau so funktioniert es. Auf eine meiner 20 Anfragen antwortet Michalina recht schnell und will mir aus dieser Situation helfen (sie erwähnt jedoch auch gleich, dass sie Stress mit ihren Eltern hat und dass ich nur heimlich in der Garage unterkommen kann – das ist mir völlig gleich …Dach über dem Kopf und geschützt)
Jetzt heisst es einen Weg nach Katowice finden. Via BlaBlaCar buche ich eine Fahrt. Ich erzähle Monica meine Situation und mein Vorhaben und sie bringt mich umsonst an mein Ziel bei Katowice, nachdem Sie mit Michalina telefoniert hat und weiss wo sie genau hinfahren muss. Ich bin beeindruckt von dieser Hilfsbereitschaft!
Bei Ankunft ist 1 Uhr bereits verstrichen… (Nachts!).
Ein kurzer Austausch mit Michalina und es geht in die Garage auf die Matratze. Am nächsten Tag klopf Michalina an die Garage: „hey kais, good morning – i have tea and cookies for you“ 😀 – eine witzige Situation. Nachdem ihre Eltern außer Haus sind, nehme ich bei Ihr daheim eine Dusche und es gibt ein leckeres Frühstück dazu (Herzlichen Dank Michalina!). Dann geht es Richtung Busbahnhof von Katowice, ich möchte Brno/Brünn in Tschechien erreichen, denn hier habe ich bereits einen bestätigten Schlafplatz. Ich wähle bewusst einen Bus und greife auf mein Jonglierbudget zurück, denn der Tag vorher hatte es in sich. Alles klappt hervorragend und ich komme in Brno pünktlich an.
Jan ist ein klasse Gastgeber und Abends wird die Stadt erkundet. Man merkt, dass er schon eine Weile dort wohnt, denn in nur 3h habe ich eine ganze Menge gesehen…Bevor es ins Bett geht, sitze ich noch mit seinem Mitbewohner in der Küche und erkläre in schneller Ausführung wie man Musik produziert, installiere ihm entsprechende Software und gehe mit ihm ein par Beispiele durch.
Der nächste Tag:
Richtiger Spot zum trampen, 10min, ab nach Bratislava…dank Vladislav viel früher als gedacht am Ziel. Bratislava hat schöne Seiten, jedoch gibt es nicht allzu viel zu erkunden (So kommt es mir nach drei Tagen zumindest vor). Dank guten Bekanntschaften ist die Zeit aber trotzdem schnell vorbei und ich befinde mich in Budapest :). Lustig ist auch, dass ich in Budapest voraussichtlich wieder auf Leute treffe, welche ich in Bratislava kennengelernt habe.
Und was auch sehr gut zu wissen ist: das Experiment sollte klappen, denn aus momentaner Sicht hätte ich genug Geld um direkt ans schwarze Meer mit dem Bus zu fahren ;).
Meine Fahrer In diesem Streckenabschnitt:
Christoph, Monica, Vladislav
Gastgeber auf diesem Streckenabschnitt:
Igor, Michalina, Jan, Branislav